Amorphis + Soilwork – 30.01.2019 – Backstage München – Konzertbericht

Der skandinavische Raum ist schon lange eine Hochburg des Melodic Death Metal. Und so ist es auch nicht verwunderlich, dass eine Double-Headliner-Tour der Finnen Amorphis und der Schweden Soilwork in München ausverkauft ist. Mit dabei haben sie noch zwei weitere Bands.

Nailed To Obscurity

 

Nailed To Obscurity
Nailed To Obscurity – 30.01.2019 – Photo: 81ZombiePictures

 

Wegen des frühen Beginns habe ich von der ersten Band Nailed to Obscurity leider nur noch den letzten Song mitbekommen. Der machte allerdings ordentlich Eindruck. Epischer Melodic Death Metal mit etwas Klargesang traf hier auf Doom Metal. Ziemlich stark. Allerdings habe ich mir von anderen Besuchern sagen lassen, dass der Rest des Auftritts leider nicht diese Qualität hatte.

 

Jinjer

 

Jinjer
Jinjer – 30.01.2019 – Photo: 81ZombiePictures

 

Als nächtes waren die Unkrainer/innen von Jinjer an der Reihe. Doch als die Band die Bühne betritt, fragte nicht nur ich mich, was eine Metalcore-Band zwischen drei hochwertigen Melodic Death Metal-Bands zu suchen hat. Es war auch gleich zu sehen, dass etwa die Hälfte der Fans mit der Band überhaupt nichts anfangen konnte. 

Trotzdem spielten Jinjer eine respektable Show. Frontfrau Tatiana Shmaylyuk bewegte sich viel und steckte auch die Zuschauer, denen es gefiel, dazu an. Die Folge: ein ziemlich großer Moshpit. Jedoch wurde mit fortschreitender Spielzeit klar, dass in der Band größeres Potential steckte, als offensichtlich war. Denn wenn Jinjer die Härte etwas zurückschraubten und Sängerin Tatiana ihre sehr gute klare Stimme einsetzte, klang das richtig gut. Alles in allem aber eher eine zwiespältige Angelegenheit. Da hätte man eine passendere Band auswählen können.

 

Soilwork

 

Soilwork 2019 München
Soilwork – 30.01.2019 – Photo: 81ZombiePictures

 

Doch nun konnte man die Vorfreude auf den ersten Headliner schon richtig spüren. Mit dem rasenden „Arrival“ eröffneten Soilwork dann ihre Show. Doch gleich nach der Freude über den gut gewählten Opener kam die Ernüchterung den Sound betreffend. Außer Schlagzeug und Gesang war tatsächlich kaum etwas zu hören. Glücklicherweise besserte sich das schon beim folgenden „The Crestfallen“. Nun waren wenigstens die Gitarren hörbar. Leider wurde nun aber der Gesang von Sänger Björn Strid leiser gestellt. Erstmal keine guten Vorraussetzungen für eine gelungene Show. Aber das Münchner Publikum ließ sich davon glücklicherweise überhaupt nicht stören. Und so wurden alle Songs gleichermaßen mit Moshpits und Mitsingen abgefeiert.

 

Soilwork
Soilwork – 30.01.2019 – Photo: 81ZombiePictures

 

Die Band dankte es den Fans mit einer tollen Performance. Soilwork boten einen guten Querschnitt ihres gesamten Werkes dar. Von alten Stücken („Like the Average Stalker“ oder „As We Speak“) bis hin zu einigen Liedern des neuen Albums Verklighet („The Nurturing Glance“). Der Stimmungshöhepunkt war mit dem Hit „Stabbing the Drama“ erreicht, dessen Refrain fast jeder in der Halle mitsang.

Leider kündigte Frontmann Björn nun schon den letzten Song an. Aber was für einen! Das melodische Meisterwerk „Stålfågel“ brachte die Halle noch ein letztes Mal zum Kochen. Unter tosendem Applaus verließen Soilwork die Bühne. Wie sollte das noch zu toppen sein? Und in der Tat verließen nach dieser Show nicht wenige Fans die Halle.

 

Amorphis

 

Amorphis
Amorphis – 30.01.2019 – Photo: 81ZombiePictures

 

Aber Amorphis ließen nicht lange auf sich warten. Gleich der Opener „The Bee“ zeigte, warum die Finnen die Meister des melancholischen Progressive/Melodic Death Metal sind. Wenn Frontmann Tomi Joutsen zu singen beginnt, lässt das einfach niemand kalt! Da nun nur noch die Zuschauer anwesend waren, die wegen Amorphis hier waren, war die Stimmung sogleich hervorragend. Hits wie „Sky Is Mine“ wurden von Anfang bis Ende mitgesungen. Das geniale „Sacrifice“ setzte dann noch eine Schippe drauf. Spätestens bei „Silver Bride“, als die Band im Refrain von den mitsingenden Fans übertönt wurde, war klar, dass es heute nur einen echten Headliner geben konnte: und der stand gerade auf der Bühne.

 

Amorphis 2019 München
Amorphis – 30.01.2019 – Photo: 81ZombiePictures

 

Der Fokus der Show lag auf dem neuen Album „Queen of Time“. Besonders hervor stach hier das komplexe 7/4-Takt-Stück „Daughter of Hate“. Doch auch an Hits („Hopeless Days“) sparten Amorphis nicht. Nach dem Klassiker „Black Winter Day“ verließ die Band leider schon wieder die Bühne. Von den anhaltenden Zugaberufen wurden sie jedoch schnell wieder zurückgeholt. Mit „Death of a King“ sorgten sie noch einmal für Begeisterung, bevor mit dem wieder extrem laut mitgesungenen „House of Sleep“ eine fantastische Show endgültig zu Ende ging.

Ein toller Abend, der trotz der tollen Musik gezeigt hat, dass leider nicht alle Bands so gut zusammenpassen, dass sie sinnvoll zusammen touren können. Hier wäre eine Aufteilung doch besser gewesen.

 

 

Mehr Fotos des Abends findet ihr hier:

 

 

Bericht: Raphael

Fotos: 81ZombiePictures

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