Kamelot – 29.09.2018 – Backstage München – Konzertbericht

Wenn in München das Oktoberfest stattfindet, ist natürlich auf der Theresienwiese viel los. Die weitaus interessantere Veranstaltung fand am 29.09.2018 allerdings im Backstage Werk statt. Dort traten an diesem Tag  Kamelot mit drei Symphonic Metal-Bands als Verstärkung auf.

 

Visions Of Atlantis

 

Visions Of Atlantis im Backstage München 2018
Visions Of Atlantis – Backstage München – Photo: © The Discovered Land

 

Als Erstes spielten Visions Of Atlantis. Die fünf ÖsterreicherInnen starteten mit „The Deep and the Dark“, dem Titeltrack des aktuellen Albums in ihre Show. Das Markenzeichen der Symphonic-Metaller ist der hervorragende zweistimmige Gesang von Clémentine Delauney und Siegfried Samer. Letzterer war bei der aktuellen Tour leider verhindert, wurde aber mehr als gut von Michele Guaitoli vertreten.

Aber auch die anderen Musiker machten ihre Sache toll. Etwas ungewöhnlich für eine erste Vorband war es allerdings, eine Ballade zu spielen. Wobei das wunderschöne „The Last Home“ aber auch wie dafür geschaffen ist, auf der Bühne präsentiert zu werden. Das Einzige was bei dieser tollen Show leider störte war, dass bei Songs wie z.B. „Words of War“ Keyboard-Soli vom Band eingespielt wurden.

Nach nicht einmal einer halben Stunde war dann aber mit „Return to Lemuria“ auch schon Schluss.

 

Phantom Elite

 

Phantom Elite im Backstage München 2018
Phantom Elite – Backstage München – Photo: © The Discovered Land

 

Mit Phantom Elite war anschließend eine niederländische Band mit – wie sie selbst betonte – brasilianischer Sängerin an der Reihe. Musikalisch wurde hier eine recht seltsame Mischung aus Progressive und Symphonic Metal dargeboten. Technisch war alles super gespielt, allerdings wirkte es des Öfteren so, als ob sich die Band nicht ganz entscheiden konnte, wohin die musikalische Reise gehen sollte.

Wenn es vom einem Power Metal-Refrain ohne flüssigen Übergang direkt in ein sehr technisches von Blastbeats begleitetes Riff übergeht, klingt das schon etwas seltsam. 

Trotzdem konnte man mit der Show von Phantom Elite viel Spaß haben. Denn die fünf Musiker um Frontfrau Marina La Torraca gingen absolut sympathisch zu Werke. Die teilweise auf deutsch gehaltenen Ansagen zeugten davon, wie sehr die Band es genoss, hier auf der Bühne zu stehen. Deshalb hinterließen Phantom Elite ebenfalls eine positiven Eindruck.

 

Leaves’ Eyes

 

Leaves Eyes im Backstage München 2018
Leaves‘ Eyes – Backstage München – Photo: © The Discovered Land

 

Das kann man von Leaves‘ Eyes, der dritten Band des Abends leider nicht behaupten. Und dies, obwohl die Band sich bemühte, eine gute Show abzuliefern. Beim ersten Lied „Sign of the Dragonhead“ standen mehrere Wikinger in voller Rüstung auf der Bühne. Das konnte allerdings nicht darüber hinwegtäuschen, dass hier absolut durchschnittlicher Symphonic Metal ohne jegliche Härte auf dem Programm stand.

Der Operngesang von Elina Siirala wechselte sich mit den absolut unpassenden Growls von Alexander Krull ab. Zudem hatte man bei einigen Songs wie „Edge of Steel“ oder „Riders on the Wind“ das Gefühl, die Melodien schon bei anderen Bands gehört zu haben. Selbst das etwas härtere „Hell to the Heavens“ konnte nur ein wenig überzeugen. Da halfen selbst die zwischendurch immer wieder auftauchenden Wikinger nichts.

 

Kamelot

 

Kamelot im Backstage München 2018
Kamelot – Backstage München – Photo: © The Discovered Land

 

Nach dreimal Symphonic Metal wurde es dann endlich Zeit für die Band, auf die alle gewartet hatten: Kamelot. Mit dem neuen „Phantom Divine“ hatten sich die Amerikaner einen tollen Einstieg ausgesucht. Bei glasklarem Sound und einer spektakulären Lichtshow wirkte dieser Song sogar noch besser als im Studio.

Mit Hits wie „Insomnia“ oder „The Great Pandemonium“ ging es perfekt weiter. Der Refrain von „When the Lights Are Down“ wurde von der ganzen Halle mitgesungen. Frontmann Tommy Karevik interagierte viel mit dem Publikum und schien dabei einen Riesenspaß zu haben.

Damit die Fans nicht ganz auf Wiesn-Stimmung verzichten mussten, stimmte er „Ein Prosit der Gemütlichkeit“ an, was von den Zuschauern natürlich begeistert zu Ende gesungen wurde.

Weiter ging es mit dem selten gespielten „End of Innocence“. Auch wenn der Fokus mehr auf neueren Liedern, wie dem progressiven „Raven Light“ lag, kamen auch ältere Songs, wie „March of Mephisto“, bei dem Kamelot von Gastsängerin Lauren Hart an den Growls unterstützt wurde, super bei den Münchnern an.

Nach „Amnesiac“ gab es erstmal eine kleine Verschnaufpause in Form einer interessanten Mischung aus Keyboard- und Drumsolo, bei dem Tastenmann Oliver Palotai und Live-Schlagzeuger Alex Landenburg ihr ganzes Können zeigen konnten. 

Ein weiteres tolles Gesangsduett mit Lauren Hart gab es beim fantastischen „Sacrimony (Angel of Afterlife)“ zu hören, wobei letztere diesmal zwischen Growls und melodischem Gesang wechselte. Im Zusammenspiel mit Tommy Karevik hatte das fast schon etwas theaterhaftes. Mit „Forever“ neigte sich das Konzert dann leider schon dem Ende zu. Aber den Fans war das natürlich nicht genug. So kamen Kamelot noch einmal für „Liar Liar (Wasteland Monarchy)“ auf die Bühne zurück und verabschiedeten sich mit dem Versprechen, bald wieder zu kommen. Darüber wird sich nach diesem unglaublichen Konzert mit Sicherheit jeder freuen.

 

Weitere Fotos findet ihr hier:

 

Bericht: Raphael

Fotos: The Discovered Land (for Metal Affair)

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