MTV Headbangers Ball 2019

MTV Headbangers Ball 2019 – Backstage München – Konzertbericht

Kaum hat der Dezember begonnen, war es auch schon Zeit für den MTV Headbangers Ball 2019. Nachdem im letzten Jahr 4 Thrash Metal-Bands auf dem Programm standen, stand die diesjährige Tour ganz im Zeichen des Death Metals.

Dyscarnate

Dyscarnate 2019 München
Dyscarnate – MTV Headbangers Ball 2019 – Backstage München – Photo: © 81ZombiePictures

Mit Dyscarnate ging es gleich mit Old School Death Metal los. Leider war der erste Song „Of Mice and Mountains“ direkt ein Totalausfall. Extrem monoton wurde fast durchgehend der gleiche Ton gespielt. Völlig unverständlich, warum sie sich entschieden hatten, mit diesem Lied zu starten.

Doch zum Glück war das nicht alles, was das englische Trio zu bieten hatte. Denn ab hier wurde es mit jeden Stück besser! Mit schnellen Songs wie „Backbreaker“ oder „In the Face of Aramgeddon“ gab es voll auf die Fresse, während auch epische langsame Songs wie „Traitors in the Palace“ nicht fehlen durften. Leider ging es dann mit „This is Fire“ schon zu Ende. Die starke Steigerung während des Auftrittes verschaffte der Band auch ordentlich Applaus.

Fleshgod Apocalypse

Fleshgod Apocalypse
Fleshgod Apocalypse – MTV Headbangers Ball 2019 – Backstage München – Photo: © 81ZombiePictures

Als nächstes waren die Italiener von Fleshgod Apocalypse an der Reihe. Mit ihrer düsteren und aufwendigen Bühnendekoration sorgten sie schon vor Showbeginn für die richtige Atmosphäre. Und anders als Dyscarnate machten Fleshgod Apocalypse mit dem ersten Song alles richtig. Denn sie begannen gleich mit ihren größten Hit „The Violation“, der den meisten Zuschauern bekannt sein dürfte. Dies erwies sich als Volltreffer, denn mit dieser Speedgranate (einen schnelleren Song wird es wahrscheinlich nicht geben) hatten sie sofort die Münchner auf ihrer Seite.

Weiter ging es mit dem epischen „Healing Through War“. Hier wurde dann aber leider deutlich, dass weder das vom Band kommende Orchester noch das Klavier von Pianist Francesco Ferrini wirklich zu hören waren. Schade, denn genau diese Elemente machen eben den Symphonic Technical Death Metal der Band aus. Doch das störte das Publikum zum Glück wenig.

Auch neue Songs wie „Monnalisa“ oder das eingängige „Sugar“ kamen hervorragend an. Bei „Epilogue“ hatte Gastsängerin Veronica Bordacchini dann ihr großes Solo. Auch wenn ihr Operngesang sicher nicht jedermanns Sache ist, musste man doch zugeben, dass sie eine fantastische Stimme hat. Das nachfolgende „The Fool“ gehörte dann wieder ganz den Growls von Gitarrist Francesco Paoli und dem (leider zu leisen) Cleangesang von Bassist Paolo Rossi.

Gegen Ende des Sets gab es dann noch zwei Klassiker zu hören. Das eingängige, stampfende „The Egoism“ und als krönender Abschluss noch das düstere „The Forsaking“. Trotz des durchwachsenen Sounds wurden Fleshgod Apocalypse nach dieser fantastischen Show vom Publikum richtig abgefeiert und man kann sich freuen, dass die Band bereits nächstes Jahr als Headliner zurück nach München kommen wird.

Whitechapel

Whitechapel 2019 München
Whitechapel – MTV Headbangers Ball 2019 – Backstage München – Photo: © 81ZombiePictures

Die nächste Band Whitechapel war die einzige Band, die stilistisch nicht so ganz ins Programm passte. Denn die Amerikaner spielen Deathcore, ein Genre, dass bei vielen Metalfans unbeliebt ist. Und Whitechapel stiegen gleich mit dem harten Core-Song „Forgiveness Is Weakness“ ein.

Dabei machten sie ihre Sache durchaus gut, waren mit viel Energie dabei, doch leider konnten die meisten Zuschauer nicht so viel damit anfangen. Doch die Musiker um Frontmann Phil Bozeman ließen sich davon nicht beirren und spielten eine technisch beeindruckende Show.

In der zweiten Hälfte des Sets gab es dann ein paar etwas progressivere Songs zu hören, darunter das größtenteils melodisch gesungenen „Hickory Creek“. Diese Songs waren weitaus besser als die vorherigen, was sich auch in den Publikumsreaktionen zeigte. Doch leider ging die Show dann wieder mit generischen Core-Stücken zu Ende. Da fragt man sich, warum man diese Band vor einem Death Metal-Publikum spielen lässt, denn so hatten weder die Band noch ein Großteil der Fans etwas davon. Eine eigene Tour wäre da sicher besser gewesen.

Kataklysm

Kataklysm 2019 München
Kataklysm – MTV Headbangers Ball 2019 – Backstage München – Photo: © 81ZombiePictures

Doch die meisten Fans waren heute sicherlich wegen Kataklysm gekommen. Und das merkte man direkt beim ersten Song „Soul Destroyer“. Sofort war Bewegung im Publikum und es wurde geheadbangt und gemosht, bis es nicht mehr ging. Mit nur einer Gitarre schafften es Kataklysm, eine bessere Ausstrahlung und einen besseren Sound zu erschaffen, als alle vorherigen Bands. Egal ob harter Brocken („The Ambassador of Pain“) oder melodischer Stampfer („The Black Sheep“), Kataklysm hatten einfach alles drauf! Mit dem kurzen „Guillotine“ gab es dann erstmals eine Song vom aktuellen Album Meditations zu hören.

Kataklysm brauchten keine großen Showelemente, die Musik reichte völlig aus, um das Publikum hervorragend zu unterhalten. Beim Hit „As I Slither“ gab es dann kein Halten mehr und die ganze Halle sang den eingängigen Refrain mit. Später entdeckte Frontmann Mairizio Iacono dann einen schwedischen Fan im Publikum, der wohl bei jedem Konzert auf der Tour dabei war. Als kleines Dankeschön durfte er für einen Song zur Band auf die Bühne! Eine tolle Geste, auch wenn der Fan wegen seines Alkoholpegels wohl nicht viel davon in Erinnerung behalten haben dürfte.

Kataklysm München 2019
Kataklysm – MTV Headbangers Ball 2019 – Backstage München – Photo: © 81ZombiePictures

Wie bereits im Vorfeld angekündigt wurde, spielten Kataklysm auf dieser Tour auch Songs, die vorher noch nie gespielt wurden. Deshalb gab es „Marching Through Graveyards“ zu hören. So gut, wie dieses Stück live funktionierte, war es bestimmt nicht das letzte Mal, dass dieser Song den Weg in die Setlist fand. Ebenfalls hervorragend kam der nächste Klassiker „Crippled and Broken“ bei den Fans an.

Kurz vor Ende des Konzertes kündigte Sänger Maurizio Iacono dann noch ein neues Album an, das im nächsten Jahr erscheinen wird.  Bei dieser freudigen Nachricht war es dann doch nicht so schlimm, dass mit dem melodischen Lied „Elevate“ auch schon der letzte Song angekündigt wurde. So konnten die Münchner noch ein letztes Mal mit Kataklysm feiern, bevor dieser tolle Abend zu Ende ging.

Mehr Bilder des Abends:

Bericht: Raphael

Photos: 81ZombiePictures

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