UADA

Party.San Metal Open Air 2017 – Bericht

Ein Flugplatz irgendwo in Thüringen. Irgendwo? Von wegen! Fans von Extreme-Metal wissen ganz genau, wo sich dieser Flugplatz befindet! In Schlotheim, denn gemeint ist der Flugplatz Obermehler. Genau dieser ruft jedes Jahr wieder unzählige Metalheads zum Party.San Metal Open Air. Und auch dieses Jahr trafen sich dort um die 9.000 Metal-Fans, um drei Tage lang gemeinsam zu feiern, zu moshen und zu headbangen.

 

 

Party.San Metal Open Air 2017 von 10. – 12.08.2017

 

Das Party.San Metal Open Air fand dieses Jahr von 10.08.2017 bis 12.08.2017 statt.

 

Donnerstag

 

Am Donnerstag erreichten wir von Metal Affair den Flugplatz Obermehler. Die Begrüßung war freundlich und die Security-Kontrolle ging gründlich, aber dennoch erfreulich schnell vonstatten. Schon bei der Suche nach einem geeigneten Platz für unser Zelt zeigte sich, wie offen, freundlich und hilfsbereit Metalheads doch sind. So dauerte es nicht lange, bis wir ein schönes Plätzchen fanden und unser Zelt in mitten vieler anderer Fans des Extreme-Metal aufbauen konnten.

 

Das wurde auch Zeit, denn gerade als der letzte Hering versenkt war, ging es auch schon los. Damit ist nun nicht die Musik gemeint, denn diese beschallte uns schon während des Zeltaufbaus. Zeltaufbau bei Metalsound, was will man mehr?! Wir wurden gerade rechtzeitig vor Beginn des Regens fertig. Und dieses nasse Element von oben sollte uns fast das ganze Wochenende begleiten. Grund für schlechte Stimmung? Nicht beim Party.San! Überall wurde gefeiert, geredet, gechillt.

 

Mantar
Mantar – PartySan Metal Open Air 2017 – Photo: © The Discovered Land

 

Die erste Band, die wir auf dem Party.San live erlebten war MANTAR. Und die legten auf der Mainstage auch gleich richtig los. Bestehend aus zwei Mann begeisterten Mantar das Publikum mit einer Mischung aus Doom, Death Metal und irgendwie auch Punk. Düster und doomig klang es über die Massen. Und die quittierten es mit fettem Applaus und zahlreichen „Pommesgabeln“ am Ende des Gigs. Mantar, ein Auftritt, der definitiv im Gedächtnis bleibt.

 

Nach Mantar ging es auf der Tentstage weiter. Hier hoben sich die dunklen Schatten von ULTHA aus dem roten Nebel hervor. Hart und fast schon düster-kalt war der Sound dieser Band und wohl gerade deshalb so fesselnd und begeisternd. Moderner Black Metal mit einer Prise Doom, dem auch der eingesetzte Synthesizer nicht schadete.

 

Zurück zur Mainstage. Hier gaben sich DARKENED NOCTURN SLAUGHTERCULT die Ehre. Der Eyecatcher dieses Auftritts war wohl Onielar. In weiße Schleier gehüllt dominierte sie perfekt das Bühnenbild und wirkt wie eine gruselige Mischung aus weißem Todesengel und Zombie. Natürlich inklusive Besudelung mit haufenweise Blut. Mit Darkened Nocturn Slaughtercult erlebte man nicht nur gekonnten Black Metal, sondern auch den ein oder anderen Gruselmoment. Darkened Nocturn Slaughtercult, eine Urgewalt, die man gesehen haben muss.

 

Im Anschluss betraten URFAUST die Mainstage. Und fast zeitgleich öffnete auch der Himmel seine Pforten. Es goss in Strömen. Doch das war kein Grund für die zahlreichen Fans der Band, nicht vor der Bühne auszuharren und dem unverwechselbaren Gesang und dem grandiosen Sound von Urfaust zu lauschen. Wer auf großes Lichtspektakel und sonstiges Allerlei hoffte, wurde enttäuscht. Denn bei Urfaust lag der Fokus auf der Musik. Und eben diese ging bei einigen mitten rein und sorgte so für diverse Menschen, die im strömenden Regen tanzten.

 

Overkill
Overkill – PartySan Metal Open Air 2017 – Photo: © The Discovered Land

 

Nun folgte mit OVERKILL Old School Death Metal wie er sein soll. Eine gewohnt klassische Show, die niemanden enttäuschte. Mit dabei waren Klassikern aus den vergangenen Jahren wie auch neuere Stücke, die ebenso begeisterten. Zum Abschluss gab es mit „Germany forever in our heart“ fast schon eine Liebeserklärung des Frontmanns an die Fans. Und die? Waren von diesem Gig mehr als nur begeistert.

 

Endlich, der Headliner des Abends: ABBATH. Grimmassen, hammer Sound und eine Stimmung, die besser nicht sein könnte. Das alles und noch viel mehr lieferte Abbath.

 

Abath
Abath – PartySan Metal Open Air 2017 – Photo: © The Discovered Land

 

Freitag

 

Zwei Kanonenschläge weckten auch die letzten Langschläfer. Donnernd grollten die Schüsse aus den beiden Flak-Geschützen über das Gelände. Es begann ein neuer Tag auf dem Party.San Metal Open Air 2017. Es gab etwas Neues an diesem Tag: die Security verbot, Handyvideos aufzunehmen. Warum? Man weiß es nicht und fand es damals wie heute seltsam.

 

Der Tag startete musikalisch traditionell: mit Grindcore und dem dazugehörigen Gummispielzeug und anderen seltsam-lustigen Dingen. Es war schon ein genialer Anblick, als sich der Circle Pit vor der Stage in Bewegung setzte und man zu Grindcore-Klängen die obligatorischen Klobürsten, diverse Eisprinzessin-Aufblaskissen, Gummipuppen und sonstiges buntes Zeug fliegen sah. Unser Highlight war dabei definitiv die aufblasbare Gehhilfe.

 

Gut
GUT – PartySan Metal Open Air 2017 – Photo: © The Discovered Land

 

Die Musik zu diesem bunt-schwarzem Gemenge lieferte GUT. Goregrind, perfekt um in den Festival-Tag zu starten.

 

Auf Gut folgten DEMILICH. Die finnische Death Metal-Kombo überzeugte mit doch recht speziellem Gitarrensound und einer ordentlichen Stimme. Demilich lieferten gut ab und überzeugten mit Death Metal der alten Schule.

 

Weiter ging es mit DEMOLITION HAMMER. Der Sound der Thrasher aus den USA erinnerte uns entfernt an Sodom. Kraftvoll hämmerten sie den Fans die Riffs um die Ohren und konnten mit einer ordentlichen Portion Spielfreude überzeugen.

 

Eine brennende Heilige Schrift, ein crowdsurfender Frontmann und Growling wie auch Screaming nicht von dieser Welt. Das ist VITAL REAMAINS. 10 Jahre nach ihrem letzten Album präsentierten Vital Remains auf dem Party.San ihren neuen Song „A World Without God“ und lieferten eine Show mit einer gewaltigen Portion Death Metal.

 

Ein Highlight für uns war UADA. Die Band aus den USA bescherte uns nicht nur herrlich düsteren Black Metal, sondern durch ihren ganz speziellen Sound und ihr dunkles Kapuzen-Outfit auch den ein oder anderen Gänsehautmoment.

 

UADA
UADA – PartySan Metal Open Air 2017 – Photo: © The Discovered Land

 

Ein kurzer Abstecher zur Tentstage. Dort begeisterten VERHEERER mit ihrem harten Black Metal die Fans. Die teils extrem lang wirkenden Songs kamen an und sorgten so nach und nach für ein gut gefülltes Zelt.

 

Auf der Mainstage ging es weiter mit keyboardlastigem Pagan Black Metal von MOONSORROW. Vielleicht keine Band, die auf dem Party.San so üblich ist. Aber dennoch eine gute Abwechslung.

 

Moonsorrow
Moonsorrow – PartySan Metal Open Air 2017 – Photo: © The Discovered Land

 

Ein kurzer Sprint zur Tentstage. Dort gab sich die belgische Band KORMOKRATOR die Ehre. Ein gelungener Mix aus Death Metal und Blackmetal umschallte dort das Publikum. Hier vermischten sich düstere Growls und gefühlvolle Shouts mit hämmernden Drums und harten Gitarrenriffs.

 

Nach einer kurzen Pause ging es für uns an der Mainstage weiter. Hier hämmerten uns VADER ihren Sound um die Ohren. Die polnische Band setzte dem einsetzenden Regen eine ordentliche Portion Death Metal und eine gute Show entgegen.

 

Vader
Vader – PartySan Metal Open Air 2017 – Photo: © The Discovered Land

 

Es folgten NILE. Die US-Band mit Faible für Ägypten boten mit neuem Frontmann technisch einwandfreien Death Metal und sorgten so für gute Stimmung und die ein oder andere „Pommesgabel“ am Ende der Show.

 

CANDLEMASS, die Legenden des Doom starteten beim Party.San unter erschwerten Bedingungen. Es fehlten Teile des Equipments. Dieses war auf dem Weg zum Festival auf der Strecke geblieben. Doch Aufhalten ließen sich Candlemass dadurch nicht. Auch dank Vader und Gut, die equipmentmäßig aushalfen. Trotz der Schwierigkeiten vor dem Auftritt lieferten Candlemass eine gewaltige Show, die den Party.San-Besuchern noch lange im Gedächtnis bleiben wird.

 

Der Headliner des Tages: AUTOPSY. Die Menge vor der Mainstage war riesig. Kein Wunder, sieht man die Old School Death Metal-Kombo aus den USA hier nicht so oft. Ein powervoller Gig mit vielen Klassikern.

 

Nile
Nile – PartySan Metal Open Air 2017 – Photo: © The Discovered Land

 

Samstag

 

Wer bereits vor den Kanonenschlägen auf den Beinen war, schaffte es vermutlich zu SIDEBURN und INDIAN NIGHTMARE auf der Tentstage.

 

Langschläfer wurden auch am Samstag wieder von donnernden Flak-Geschützen geweckt. Die Kanonenschläge schallten über das Party.San und kurz darauf begann der musikalische Mainstage-Tag mit GRUESOME STUFF RELISH. Die spanische Band präsentiert Grindcore mit Death Metal-Einflüssen. Ein gelungener Start in einen neuen Party.San-Tag. Natürlich wieder mit diversen bunten wie aufblasbaren Objekten im morgendlichen bzw. mittäglichen Circle Pit.

 

Auf der Mainstage erklingt der melancholische Gesang von MOURNING BELOVETH. Dieser, gepaart mit düsteren Melodien und tiefen Growls zeigte das Können dieser Band, wenn es um Death und Doom Metal geht.

 

Während MERCILESS auf der Mainstage ihr 30-jähriges Jubiläum feierten, wanderten wir zwischen den zahlreichen Ständen umher. Von Patches über Platten und CDs bis hin zu Regencapes und Nietenzeugs gab es hier alles zu erwerben. Und dann waren da ja noch die vielen Essens- und Getränkestände, das Whiskyzelt und vieles mehr. Ja, das Party.San hatte so einiges zu bieten.

 

Nach Merciless beschallen die Black Metaler HADES ALMIGHTY unseren Weg über das Party.San-Gelände. Was gibt es schöneres, als Stände schauen und shoppen, untermalt von feinem Norwegian Black Metal. Übrigens brillierten Hades Almighty mit neuem Sänger: Ask, dem Schlagzeuger von Kampfar.

 

Inquisition
Inquisition – PartySan Metal Open Air 2017 – Photo: © The Discovered Land

 

Pünktlich zu INQUISITION waren wir wieder an der Mainstage. Keine andere Band des diesjährigen Party.San Metal Open Air sorgte wohl für so viele Diskussionen unter den Anwesenden. Ja, Inquisition war schon speziell. Entweder man mochte sie, oder eben nicht. Der Wiedererkennungswert von Inquisition ist allerdings definitiv nicht zu verachten. Schließlich boten Inquisition Black Metal vom Feinsten mit wahrem Zauber an der Gitarre.

 

INSOMNIUM lieferten einen etwas, sagen wir mal distanziert wirkende Show. Der Grund: das aktuelle Album der Band. „Winter’s Gate“. Darauf präsentiert: Der Song „Winter’s Gate“. Part 1 bis 7. Und eben das lieferten Insomnium auf der Party.San Mainstage ab. Nicht mehr, aber auch nicht weniger.

 

Insomnium
Insomnium – PartySan Metal Open Air 2017 – Photo: © The Discovered Land

 

Pyrotechnisch in die Vollen gingen DESASTER. Eine gewaltige Show, hammer Black-Thrash und Crowdsurfer, wohin das Auge blickt. Ein wahres Metal-Fest.

 

Desaster
Desaster – PartySan Metal Open Air 2017 – Photo: © The Discovered Land

 

Aufgrund eines Tipps unseres Zeltnachbarn (vielen Dank lieber Markus!) steuerten wir nun die Tentstage an. Unser Ziel: der Auftritt von KRATER. Und was sollen wir sagen… die Black Metaler Krater hatten wahrlich einiges zu bieten. Hammer Sound, eine gute Show und ein unvergesslich irrer Blick des Frontmanns. Wir haben diese Band mit Sicherheit nicht zum letzten Mal gesehen.

 

Krater
Krater – PartySan Metal Open Air 2017 – Photo: © The Discovered Land

 

Weiter ging es auf der Mainstage mit POSSESSED. Die Death Metal Band aus den USA zelebrierte ihren Auftritt und brachte die Menge zum kochen. Wer Possessed noch nicht kannte, mag zuerst über den Frontmann im Rollstuhl erstaunt gewesen sein. Doch hell yeah hatte der Typ eine Ausstrahlung! Der Sound von Possessed: rasend mit treibenden Gitarrenriffs. Die Menge ist begeistert.

 

Possessed
Possessed – PartySan Metal Open Air 2017 – Photo: © The Discovered Land

 

Hämmernde Drums, harte Riffs und Kreischen, welches tief ins Mark rein geht. Das sind MARDUK. Mit Flammen, die meterhoch in den Nachthimmel schnellten und einem Pentagram, kreiert aus Bühnenlicht begeisterten sie die Fans. Dazu passend die Kanonenschüsse aus den Flaks neben der Bühne zu Beginn. Black Metal vom feinsten und ein wahres Lightshow-Feuerwerk. Das war es, was Marduk den Gästen des Party.San 2017 boten. Und die quittierten es mit headbangen bis nichts mehr ging.

 

Marduk
Marduk – PartySan Metal Open Air 2017 – Photo: © The Discovered Land

 

Der Headliner des Abends waren TRIPTYKON, welche anstelle von Morbid Angel die Bühne rocken. Die Band aus der Schweiz heizte trotz immer mal wieder auftretender technischer Probleme so richtig ein und bot eine gelungene Mischung aus Death Metal, Black Metal und Goth.

 

Mit den letzten Klängen von Triptykon gingen die Tage des Party.San 2017 langsam zu Ende. Nur die Metaldisco, welche auch schon an den vorherigen Tagen die Nacht zum Tage machte, lief noch bis ca. 3:30 Uhr.

 

Unser Fazit zum Party.San Metal Open Air 2017

 

Einfach Hammer! Trotz des immer wieder einsetzenden Regens war die Stimmung auf dem Party.San stets super. Die Crew des Party.San war durch die Bank sehr freundlich und machte einen super Job. Daumen hoch für soviel Einsatz und Freundlichkeit. Das Party.San Metal Open Air überzeugt vor allem durch seine gewollte Schlichtheit. Hier liegt der Fokus definitiv auf der Musik. Daumen hoch dafür. Und auch für die perfekte Atmosphäre und Stimmung.

 

Wenn man unbedingt ein Haar in der Suppe suchen möchte, dann kann ich an sich nur einen fehlenden Geldautomaten nennen. Bei so vielen tollen Ständen wäre es schön, wenn man sich finanziell zwischendurch wieder etwas aufstocken könnte. Doch was soll’s, wichtig ist ja nicht das Geld, sondern die Musik und das Erlebnis Festival. Und was das betrifft, punktet das Party.San auf ganzer Linie.

 

Apropos Geld, was die Preise für Essen, Getränke und Sanitäranlagen mit fließendem Wasser betrifft, so sind diese auf dem Party.San Metal Open Air wirklich fair. Vielen Dank an den Veranstalter und die Crew des Party.San Metal Open Air 2017 für diese gelungene Veranstaltung und die hammergeilen Tage.

 

Das Party.San Metal Open Air – definitiv eine Empfehlung und ein Event, den jeder mal erlebt haben sollte. In diesem Sinne: See y’all there next year! Party.San 2018 wir kommen!!!

 

Alle Fotos von unserem Besuch auf dem Party.San Metal Open Air 2017 findet ihr bei The Discovered Land.

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