Paradise Lost – Nick Holmes im Interview mit Metal Affair

Paradise Lost, eine Band, die wohl jeder kennt. Vocalist Nick Holmes nahm sich die Zeit, unsere Fragen zu beantworten.

Paradise Lost
Photo: © Paradise Lost

 

Als erstes möchten wir euch zu eurer phantastischen Show beim Dark Easter Metal Meeting 2018 gratulieren. Apropos Ostern… ist es hart, an Feiertagen oder anderen speziellen Tagen wie Ostern, Weihnachten, Geburtstagen etc. auf Tour zu sein?

Nick Holmes: Ich bin mir sicher, dass es für einige ein ziemlicher Stress ist, auf Tour zu sein. Mich persönlich stört es allerdings nicht. Ich würde ganz gerne am Weihnachtstag spielen. Feiertage haben nicht viel an Bedeutung für mich.

 

Was magst Du besonders daran, auf Tour zu sein? Und welche Dinge gefallen Dir daran nicht?

Nick Holmes: Wir sind nur aus einem Grund unterwegs: um Shows zu spielen. Und das ist in Ordnung. Der schlimmste Teil der Tour ist lediglich die Unannehmlichkeit, keinen schnellen Zugang zum Komfort zu haben, den man ansonsten für selbstverständlich nimmt.

 

Euer Bandname „Paradise Lost“ stammt von einem epischen Gedicht von John Milton. Warum habt ihr diesen Namen ausgewählt? Gibt es da einen speziellen Bezug zum Gedicht? 

Nick Holmes: Ich habe das Buch in meiner Jugend durchgeblättert. Und mir gefiel,  um was es darin ging. Ich dachte, es passt recht gut in die Death Metal-Welt und ist zugleich kryptisch, bis man weiß, worum es im Buch geht.

 

Paradise Lost gibt es seit 1988. Das erste Album wurde 1990 veröffentlicht. Was hat sich seitdem verändert? Für die Band und auch für die Bandmitglieder als einzelne?

Nick Holmes: Aus Sicht der Band hat sich mit dem Herausbringen von Alben und dem Touren recht wenig verändert. Abgesehen davon, dass es mittlerweile ziemlich schwer geworden ist, von der Musik zu Leben. 

Persönlich haben sich unsere Leben natürlich ebenso weiterentwickelt, wie bei jedem anderen auch. Heirat, Kinder, Scheidung und irgendwann mal sterben, gehe ich mal davon aus.

 

Ist es immer noch das selbe Gefühl, auf der Bühne zu stehen, wie zu Beginn von Paradise Lost? Oder wie hat es sich verändert?

Nick Holmes: Es ist immer noch genau so, wie damals als Teenager. Abgesehen davon, dass jetzt alles gefilmt wird und ich mir mehr als früher Sorgen darüber mache, mich zum Narren zu machen. Und ich mich deshalb wohl nie wirklich entspanne, schätze ich.

 

Manche Musiker beschreiben eine Art Tunnel oder Tunnelblick, während sie auf der Bühne stehen. Wie ist das bei Dir? Bist Du relaxed, hochkonzentriert oder auch in einer Art Tunnel on Stage?

Nick Holmes: On Stage bin ich überhaupt nicht gestresst. Es geht mehr um Konzentration und zuhören. Wie gesagt, wenn ich den Text verhaue oder stolpere… es sind einfach menschliche Dinge. Aber die meisten Leute finden nicht am nächsten Tag im Internet gepostete Videoclips, auf denen sie zu sehen sind, wie sie in der Arbeit Mist bauen. Also versuche ich, diese Dinge so gut wie möglich zu vermeiden.

 

Seid ihr zufrieden mit eurer Karriere und wie sich eure Leben entwickelt haben?

Nick Holmes: Ja, wir hatten großes Glück mit unserer Karriere. Falls wir nochmal neu anfangen würden, bezweifle ich, dass vieles anders wäre. Die Band ist die Summe von 5 Teilen und hat uns die letzten 30 Jahre stets begleitet. Und uns wohl oder übel zu den Menschen gemacht, die wir heute sind. 

 

Wie kamt ihr dazu, Instrumente zu spielen oder zu singen, zur Musik im Allgemeinen? Durch die Schule, Musikschule oder habt ihr es euch selbst beibegracht?

Nick Holmes: Wir waren alle riesige Death Metal Fans. Richtig fanatisch sogar. Jeder von uns ist Autodidakt. Von etwas besessen zu sein ist wahrscheinlich der beste Weg, jegliches Abenteuer zu beginnen. Das und eine große Portion Glück.

 

Wenn Du nicht im Musik-Business wärst, was würdest Du stattdessen machen? Und wenn Du alles machen könntest, für welchen Beruf würdest Du Dich entscheiden?

Nick Holmes: Ich habe Grafikdesign studiert. Bin mir aber nicht sicher, ob ich das noch machen würde. Ich habe immer noch keine Ahnung, was ich außer Musik sonst machen würde. Astronaut vielleicht!

 

Was bedeutet Musik für Dich?

Nick Holmes: Realitätsflucht, die Wirklichkeit wurde.

 

Du bist nicht nur bei Paradise Lost, sondern auch bei Bloodbath. Wie ist es für Dich, wie beim Dark Easter Metal Meeting 2018 mit beiden Bands aufzutreten?

Nick Holmes: Ich bin nun seit 3 Jahren bei Bloodbath. Somit habe ich mich daran gewöhnt, zwischen den Stilen zu wechseln.

 

Zurück zu den Anfängen von Paradise Lost. Viele deutsche Bands sagen, dass es ziemlich schwer ist, als Band in Deutschland Fuß zu fassen. Wie war es mit Paradise Lost? War es schwierig, sich als Band in England zu etablieren? Was waren eure größten Probleme?

Nick Holmes: Wir haben nie wirklich darüber nachgedacht, Erfolg in unserem eigenen Land zu haben. Wir haben unseren Blick von Anfang an immer nach außerhalb der UK gerichtet. Wahrscheinlich, weil all unsere Lieblingsbands entweder schwedisch oder amerikanisch waren.

 

Hast Du einen Rat für Newcomer im Musik-Business?

Nick Holmes: Habt einen Plan B. Es macht viel Spaß, aber letztendlich ist es ein ziemlich hartes Leben. Und man muss, wie in jedem andere Beruf auch, hart arbeiten.

 

Möchtest Du den Fans etwas sagen?

Nick Holmes: Vielen Dank an alle unsere treuen deutschen Fans. Wir hoffen, euch über den Sommer zu sehen.

 

Vielen Dank an Nick Holmes für Deine Zeit und die Möglichkeit des Interviews.

 

Mehr zu Paradise Lost findet ihr auf der bandeigenen Website sowie auf Facebook.

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