Majesty München 2019

Majesty – 27.10.2019 – Backstage München – Konzertbericht

Wenn sich bestimmte Bands durch Stiländerungen neue Fans erschließen, fallen immer auch alte Fans weg. Doch bleibt da immer noch die Hoffnung, dass sich an den energiegeladenen Shows der Band nichts geändert hat. 

Das kann man sehen, wie man will, aber Majesty haben sich aus Sicht der alten Fans mit ihren letzten beiden extrem kommerziellen Alben keinen Gefallen getan.

Zunächst ging es doch mit einer absolut ärgerlichen Organisation los. Nicht einmal eine Minute vor Einlass wurde bekannt gegeben, dass der Einlass an einer anderen Tür stattfand, als sonst. Dadurch, dass die andere Tür von Leuten, die hinten in der Schlange standen viel schneller erreichbar war und dadurch, dass von den Securities vergessen wurde, eine Seitentür zu schließen, kam es leider dazu, dass mehrere Leute, die stundenlang vor dem Club gewartet hatten, keinen Platz mehr in der ersten Reihe bekamen. Eine spätere Nachfrage bei den Securities ergab auch noch, dass die verspätete Bekanntgabe des Einlassortes absichtlich erfolgte, damit die Securities mehr Platz für sich selbst hatten! Sowas wäre bei der alten Security-Firma des Backstage (vor kurzem gab es da einen Wechsel) nicht passiert. Doch später ging dann erstmal alles glatt.

Victorius

Victorias München 2019
Victorious — 27.10.2019 – Backstage München – Photo: © Lilly, Metal Affair

Los ging es mit der Power Metal-Band Victorius. Gleich der erste Song „Dinosaur Warfare“ machte deutlich, dass die Wolfener mit der Entscheidung, auf der aktuellen EP ihrer Musik eine große Portion Humor hinzuzufügen, alles richtig gemacht haben! Die schnelle, epische Musik traf auf äußerst unterhaltsame Texte über Roboter-Dinosaurier und ähnliches.

Victorious 2019 München
Victorious – 27.10.2019 – Backstage München – Photo: © Lilly, Metal Affair

Mit „Legend of the Powersaurus“ ging es genauso gut weiter. Nach zwei etwas schwächeren älteren Stücken gab es mit „Super Sonic Samurai“ einen komplett neuen Song. Hier gab es sogar Blastbeats zu hören. Wirklich stark! Doch mit dem Hit „Lazer Tooth Tiger“ erreichte die Stimmung ihren absoluten Höhepunkt. Hier sangen sogar einige Fans aus dem Publikum den Refrain mit! Leider ging die Show von Victorius dann schon mit „Metalheart“ zu Ende.

Warkings

Warkings 2019 München
Warkings – 27.10.2019 – Backstage München – Photo: © Lilly, Metal Affair

Doch was dann folgte, war eine echte Überraschung! Die nächste Band Warkings betrat mit aufwendigen historischen Kostümen die Bühne. Der Schlagzeuger trat als Spartaner auf, der Gitarrist als Tempelritter, der Bassist als Wikinger und der Sänger als römischer Tribun. Um anonym zu bleiben, trugen sie dabei auch noch Totenkopfmasken. Doch das war noch nicht alles.

Auch musikalisch ging es gleich ganz groß los! Das epische „The Last Battle“ legte gleich mal die Messlatte für den ganzen Abend extrem hoch. Neben dem sehr melodischen, aber dennoch auch aggressiven Gesang überzeugten vor allen die (für Power Metal) sehr harten Thrash Metal-beeinflussten Riffs. Mit dem hymnischen Refrain konnten die Warkings sofort das komplette Münchner Backstage von sich überzeugen und wurden wie Headliner abgefeiert.

Warkings München 2019
Warkings – 27.10.2019 – Backstage München – Photo: © Lilly, Metal Affair

Genauso ging es mit „Never Surrender“ weiter. Doch spätestens beim doomigen „Hephaistos“ wurde klar, dass ein erheblicher Teil des Publikums heute wegen den Warkings hier war. Denn der Refrain wurde vom Großteil des Publikums schon beim ersten Mal begeistert mitgesungen. Ebenso war es dann mit „Give ‘em War“ und „Fire Falling Down“. Als Megahit entpuppte sich dann das harte „Sparta“, bei dem die Warkings von der „Queen of the Damned“ an den Growls unterstützt wurden. Der „OHHH“-Mitsingpart wurde ebenfalls sofort vom Publikum angestimmt, ohne dass der Sänger ihn vorsingen musste. Stark!

Warkings
Warkings – 27.10.2019 – Backstage München – Photo: © Lilly, Metal Affair

Das abschließende „Gladiator“ war dann noch mal ein weiterer Höhepunkt des Konzerts. Bei dieser Show hätten Warkings locker auch Headliner sein können. Nach der Show wurde der Mitsingpart von „Sparta“ noch lange von den Fans gesungen. Die Band sprang direkt von der Bühne ins Publikum und die Fans konnten gar nicht genug davon bekommen mit der Band Fotos zu machen. Das ging so lange, bis sie von der Crew von Majesty vertrieben wurden, damit es weitergehen konnte.

Majesty

Majesty 2019 München
Majesty – 27.10.2019 – Backstage München – Photo: © Lilly, Metal Affair

Als Majesty mit „Rizing Home“ vom neuen Album ihre Show begannen, folgte gleich schon die erste Enttäuschung. Durch den vollständig digitalisierten Sound waren die vom Band kommenden Elektro-lastigen Keyboards lauter als die Gitarren. Doch das gleich folgende „Hail to Majesty“ machte Hoffnungen, dass die schwachen neuen Stücke heute die Ausnahmen sein könnten.

Dieser Hoffnugnsschimmer wurde durch dass furchtbar poppige „Burn the Bridges“ gleich wieder zunichte gemacht. So ist kaum mehr vorstellbar, dass Majesty mal eine True Metal-Band waren. Leider ging es mit „Rebels of our Time“ genauso weiter. Die wenigen alten Songs wie „Metal Law“ wirkten eher wie eine Pflicht für die älteren Fans. Leider merkte man ziemlich deutlich, dass diese alten Songs im Publikum kaum jemand mehr kannte. Bei „Epic War“ wäre die Stimmung früher auf dem Höhepunkt gewesen. Doch heute wurde dieses lange Stück von vielen lieber zum Bier holen genutzt, während es bei den langweiligen neuen Stücken wie „Wasteland Outlaw“ oder „Last Brigade“ viel mehr Publikumsbeteiligung gab.

Majesty München 2019
Majesty – 27.10.2019 – Backstage München – Photo: © Lilly, Metal Affair

Als Frontmann Tarek Maghary dann eine Ballade ankündigte, erwartete man z.B. das grandiose „We Will Ride“ oder „Thunder in the Silence“. Doch stattdessen spielten Majesty den total faden Pop-Song „Words of Silence“. Spätestens als bei „Heavy Metal Battlecry“(das auch nur mit einem kurzen Ausschnitt als Teil eines Medleys präsentiert wurde) nur eine einstellige Zahl an Fans noch wusste, dass auf den Songtitel ein „Hail, hail hail!“ folgt, war klar, dass Majesty in Zukunft die alten Songs noch weiter reduzieren werden.

Da war es dann doch erleichternd, als die Band mit „We Are Legends“ den letzten Song ankündigte. Doch die Zugaberufe holten die Band natürlich wieder zurück. Und mit „Thunder Rider“ schafften Majesty es tatsächlich für einen kurzen Moment, die Stimmung von früher wieder einzufangen. Doch wie zuvor auch schon, wurde das Ganze dann durch einen letzten neuen Song („Stand As One“) wieder kaputt gemacht.

So ging ein zwiespältiger Abend zu Ende, aus dem die Warkings definitiv als Sieger hervorgingen. Bei Majesty hingegen werde ich mir gut überlegen, ob ich nochmal ein Konzert besuche.

Weitere Bilder des Abends:

Bericht: Rafael

Fotos: Lilly

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