Rock Out Festival 2025 – 12. Dezember 2025 – Schwabenhalle Augsburg

Mit der dritten Ausgabe hat sich das Rock Out Festival endgültig als feste Größe im süddeutschen Metal-Kalender etabliert. Am 12. Dezember 2025 verwandelte sich die Schwabenhalle Augsburg erneut in einen Treffpunkt für Heavy-, Power- und Hard-Rock-Fans. Auch wenn die Halle diesmal nicht restlos ausverkauft war, präsentierte sich das Festival sehr gut besucht. Inklusive Sitz- und Stehplätzen dürfte rund drei Viertel der Kapazität genutzt worden sein. Genug, um von Beginn an eine dichte Festivalatmosphäre zu erzeugen.

Das Billing setzte stark auf bekannte Namen aus dem deutschsprachigen Raum, ergänzt um einen internationalen Akzent. Der Ablauf war straff organisiert, die Umbaupausen kurz gehalten, sodass der Tag musikalisch ohne größere Brüche verlief.

Freedom Call

Freedom Call – 12.12.2025 – Rock Out Festival 2025

Den Auftakt übernahmen Freedom Call, die bereits früh am Nachmittag auf die Bühne mussten. Für einige Besucher kam der frühe Start überraschend, doch die Band ließ keine Zweifel daran, dass sie genau für diese Rolle gemacht ist. Mit „Hammer of the Gods“„Tears of Babylon“ und „Union of the Strong“ setzten die Franken sofort auf ihre bewährte Mischung aus hymnischem Power Metal und eingängigen Refrains.

Freedom Call verbreiteten vom ersten Moment an spürbar gute Laune. Songs wie „Power & Glory“ und „Metal Is for Everyone“ sorgten für erste Mitsingmomente, auch wenn ein Teil des Publikums zu dieser Uhrzeit noch im Ankomm-Modus war. Der Auftritt funktionierte klar als Anheizer, auch wenn der ausgeprägte Bombast zu Beginn eines langen Festivaltages nicht bei jedem sofort zündete.

Grave Digger

Grave Digger – 12.12.2025 – Rock Out Festival 2025

Mit Grave Digger wurde es im Anschluss deutlich härter und erdiger. Die Band stieg ohne Umwege ein und bekam von Beginn an starke Reaktionen aus dem Publikum. Klassiker wie „The Dark of the Sun“„Rebellion (The Clans Are Marching)“ und „Heavy Metal Breakdown“ sorgten für vertraute Szenen vor der Bühne.

Grave Digger präsentierten sich routiniert und kompromisslos. Die Setlist setzte auf bewährtes Material, darunter auch „Excalibur“ und „The Curse of Jacques“, und traf damit exakt die Erwartungen ihrer treuen Fanbasis. Musikalisch gab es keinerlei Experimente – dafür ein solides, kraftvolles Set, das die Halle endgültig auf Festivaltemperatur brachte.

Thundermother

Thundermother – 12.12.2025 – Rock Out Festival 2025

Mit Thundermother folgte die einzige Band des Tages mit internationalem Ursprung und zugleich die einzige rein weibliche Besetzung. Bereits beim Betreten der Bühne wurde klar, dass dieser Auftritt unter besonderen Vorzeichen stand: Gitarristin und Bandleaderin Filippa Nässil kam auf Krücken auf die Bühne. Eine Verletzung aus einem vorherigen Konzert hinderte sie sichtbar an größerer Bewegungsfreiheit, doch an ein Absagen war nicht zu denken.

Musikalisch lieferten Thundermother genau das, wofür sie bekannt sind. Kurze, direkte Hard-Rock-Nummern wie „Can You Feel It“„Loud and Free“ und „Thunderous“ folgten Schlag auf Schlag. Auch ältere Stücke wie „Hellevator“fanden ihren Platz. Trotz der Einschränkungen auf der Bühne blieb die Energie hoch, getragen von der restlichen Band und dem engen Zusammenspiel der Musikerinnen.

Mit „Driving in Style“ endete ein Auftritt, der bewusst auf Überlänge verzichtete und genau deshalb wirkte. Thundermother nutzten ihre Spielzeit effizient und hinterließen einen starken Eindruck.

Axel Rudi Pell

Axel Rudi Pell – 12.12.2025 – Rock Out Festival 2025

Mit Axel Rudi Pell begann der nächste Abschnitt des Abends. Der Bochumer Gitarrist blickt auf mehrere Jahrzehnte Bandgeschichte zurück und brachte eine eingespielte Formation mit auf die Bühne. Sänger Johnny Gioeli stand dabei klar im Fokus und überzeugte mit kraftvoller, präziser Stimme.

Der Auftritt begann mit „Forever Strong“ und „Wildest Dreams“ und entwickelte sich erwartungsgemäß eher gemächlich. Stücke wie „Strong as a Rock“„Carousel“ und „Oceans of Time“ unterstrichen den klassischen Heavy-Metal-Ansatz der Band. Ein kurzes Drumsolo von Bobby Rondinelli teilte erwartungsgemäß die Meinungen, fügte sich aber in das traditionsbewusste Gesamtbild ein.

Mit dem Medley aus „The Masquerade Ball“ und „Casbah“ sowie dem abschließenden „Rock the Nation“ lieferte Axel Rudi Pell einen souveränen, handwerklich starken Auftritt, der vor allem langjährige Fans bediente.

Eisbrecher

Eisbrecher – 12.12.2025 – Rock Out Festival 2025

Der folgende Auftritt von Eisbrecher wurde im Vorfeld teils skeptisch betrachtet, fügte sich live jedoch nahtlos in den Abend ein. Für die Band war es ein Heimspiel, was sich deutlich bemerkbar machte. Bereits mit „Everything Is Wunderbar“ war klar, dass die Stimmung nicht abreißen würde.

Eisbrecher setzten stark auf Material aus dem aktuellen Album „Kaltfront“, ergänzt um Publikumslieblinge wie „Waffen Waffen Waffen“„FAKK“ und „This Is Deutsch“. Die Bühne war mehrstöckig aufgebaut, Licht und Requisiten wurden gezielt eingesetzt, ohne die Musik zu überdecken.

Ein besonderer Moment war die akustische Version von „Miststück“ als Megaherz-Cover, die an die musikalischen Wurzeln von Frontmann Alexander Wesselsky erinnerte. Eisbrecher überzeugten mit einer durchdachten Show, klaren Ansagen und einer Setlist, die auch Nicht-Fans problemlos abholte.

Dirkschneider

Dirkschneider – 12.12.2025 – Rock Out Festival 2025

Den Abschluss bildete Dirkschneider mit einer Show, die sich vollständig den Klassikern von Accept widmete. Udo Dirkschneider präsentierte eine Setlist, die nahezu ausschließlich aus Material seiner früheren Band bestand und damit keine Fragen offenließ.

Der Einstieg mit „Fast as a Shark“ setzte sofort ein Ausrufezeichen. Es folgten unter anderem „Midnight Mover“„Balls to the Wall“„London Leatherboys“ und „Head Over Heels“. Die Band spielte präzise, nah an den Originalen, ohne steril zu wirken. Auch ruhigere Momente wie „Winterdreams“ fanden ihren Platz.

Als Zugaben durften „Princess of the Dawn“ und „Burning“ nicht fehlen. Spätestens hier sang die Halle geschlossen mit und trug das Festival weit nach Mitternacht aus.

Fazit

Das Rock Out Festival 2025 präsentierte sich als rundum gelungene Veranstaltung. Die Organisation lief reibungslos, der Ablauf war durchdacht, und die Mischung aus etablierten Größen und stilistischer Vielfalt funktionierte hervorragend. Die separate Food-Area, kurze Umbaupausen und ein konstant hohes musikalisches Niveau trugen zu einem langen, aber nie ermüdenden Festivaltag bei.

Augsburg bewies einmal mehr, dass auch abseits der ganz großen Metropolen Festivals dieser Größenordnung funktionieren können. Bleibt zu hoffen, dass das Rock Out Festival auch 2026 seine Fortsetzung findet. Bei uns ist der Termin im Kalender bereits reserviert.

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