Die italienischen Dwarf Metaller Wind Rose haben sich über Jahre mit unzähligen Touren als Vorband eine breite Fanbasis erarbeitet. Da war es mehr als verdient, dass bereits ihre erste Headlinertour ein voller Erfolg war, bei dem sie es schafften, das Backstage Werk in München zu füllen. Nun stand die zweite Headlinertour an, diesmal sogar in der ausverkauften Tonhalle.
Angus McSix
Als Opener waren die Power Metaller von Angus McSix am Start. Mit dem Song „6666“ betrat die Band in ihren aufwendigen, aber humorvollen Kostümen (Schlagzeuger Ork Zero verkörpert z.B. einen muskelbepackten, grünen Ork mit riesigen Zähnen) die Bühne.
Anfangs war der Sound noch nicht perfekt, doch das änderte sich schnell. Weiter ging es mit „Master of the Universe“. Frontmann Adam McSix (im Rahmen der fiktiven Bandgeschichte Angus‘ Bruder, der ihn vertritt, denn Angus wurde kürzlich in betrunkenem Zustand vom Gitarristen Seebulon entführt).
Zu „Sixcalibur“ kam ein Kobold auf die Bühne der versuchte, das gleichnamige, riesige Schwert zu stehlen, bevor er von Adam vertrieben wurde. Bei „Laser-Shooting Dinosaur“ tanzte ein Dinosaurier über die Bühne. Vor dem neuen Song „The Fire of Yore“ wurde die neue Gitarristin The Dwarf, die weiterhin das Auftreten mit 2 Gitarren ermöglicht, auch wenn ihre Bandkollegin Thalestris mit Primal Fear unterwegs ist.
The Dwarf kündigte auch direkt die erste Headlinertour der Band im nächsten Jahr an. Zeit wird es, denn genug Fans hat die Band bestimmt. Einen tollen Abschluss bildete dann „Ride to Hell“.
Orden Ogan
Als Nächstes waren die grandiosen Orden Ogan an der Reihe. Gleich der erste Song „F.E.V.E.R.“ wurde vom Publikum begeistert mitgesungen. Frontmann Seeb, der nach seinem Auftritt als Seebulon nun schon seine zweite Show hintereinander spielte (diesmal unmaskiert), begrüßte das Publikum freudestrahlend.
Nach dem neuen Song „Conquest“ war mit „Come With Me to the Other Side“ der nächste Hit an der Reihe. Nach dem ruhigen Intro konnte dieser Song ordentlich reinhauen. Ein absoluter Kracher war sowieso das folgende „Heart of the Android“. Zum folgenden „The Order of Fear“ ließ Seeb das Publikum „Fear“ schreien. Da ihm das nicht laut genug war, probierte er es mit „Beer“, was in München natürlich sofort zum Erfolg führte.
Als Nächstes kam wieder ein Hit, „Gunman“. Vorher forderte Seeb das Publikum dazu auf, die Band zu filmen, und es auf Social Media zu posten. Dabei brachte er die Fans zum Lachen, als er beim Aufzählen möglicher Aufnahmegeräte auch Dildos mit eingebauter Kamera erwähnte.
Passend zum Song kam während des Songs Bandmaskottchen Alastor Vale mit einer riesigen Konfettikanone auf die Bühne. Leider näherte sich die Show nun schon dem Ende. Doch bei „Let the Fire Rain“ hatten sie noch etwas Besonderes auf Lager: Sprühende Funken!
Dann war es aber Zeit für den letzten Song. Natürlich musste das „The Things We Believe In“ sein. Um ein lauteres Ergebnis zu erzielen, lies er das Publikum „Beer, Beer and Beer“ statt „Cold, Dead and Gone“ singen, wieder mit Erfolg.
Am Ende gab es noch Schaumschnee und weitere Funken, bevor sich die Band unter großen Jubel verabschiedete. Auch wenn in der 45-minütigen Setlist kein Platz für ältere Songs wie „We Are Pirates“ war, hatten Orden Ogan die Messlatte mit dieser Show sehr hoch angesetzt. Das würde für Wind Rose sehr schwer werden.
Wind Rose
Nach ungewöhnlich langer Umbaupause einschließlich 15-minütiger Verzögerung betraten die Zwerge von Wind Rose die Bühne. Leider machten sie den Fehler und begannen die Show mit gleich zwei Songs vom sehr schwachen neuen Album, das leider sehr partylastig ausgefallen war („Dance of the Axes“ und „The Great Feast Underground“). Der durchwachsene Sound trug ebenfalls nicht gerade zur Stimmung bei.
Zum Glück konnte das direkt folgende „Army of Stone“, ein eher epischer Song“, das ändern. Im
Anschluss stimmte Frontmann Francesco Cavalieri das Publikum darauf ein, mit den Zwergen in die Mine zu gehen, begleitet von vielen von Fans hochgehaltenen aufblasbaren Pickeln. Das konnte nur bedeuten, dass der Hit „Mine Mine Mine!“ folgen musste. Und genauso war es. Das Stück wurde auch kräftig mitgesungen.

Auch das folgende, epische „Gates of Ekrund“ kam sehr gut an. Bedauerlicherweise folgten dann wieder zwei neue Songs („To Be A Dwarf“ und der Titeltrack „Trollslayer“), die die Stimmung wieder etwas sinken ließen.
Doch dann gab es eine Überraschung: zwei alte Songs, die schon lange nicht mehr gespielt wurden. Erst gab es das folkige „The Returning Race“, bei dem Gitarrist Claudio Falconcini teilweise die Akustik-Gitarre spielte. Ein Höhepunkt war dann „To Erebor“, was bereits früher ein Hit bei den Konzerten von Wind Rose war.
Wenn sich Wind Rose wieder mehr auf die epischen Songs konzentrieren würden, würde das die Qualität der Show massiv nach oben heben. Ein Schritt in die richtige Richtung war dann „The
King Under the Mountain“. Ebenfalls eine tolle Idee war dann, dass Wind Rose den Ozzy Osbourne-Song „Shot in the Dark“ coverten und das dem verstorbenen Prince of Darkness widmeten. Dazu trug Frontmann Francesco eine Ozzy-Sonnenbrille.
„Together We Rise“ beendete dann die beste Phase des Konzertes, bevor das für mich völlig überflüssige „Diggy Diggy Hole“ wieder zu den Partysongs zurückkehrte. Die Fans feierten es aber ab.
Da es durch den verspäteten Beginn schon spät war, konnte ich den letzten Song „Rock and Stone“ leider nicht mehr hören, da ich meinen Zug erwischen musste. Insgesamt kann man sagen, dass Wind Rose diesmal trotz guter Show nicht mit den großartigen Vorbands mithalten konnten.
Als Tipp fürs nächste Mal: spielt mehr epische Songs, wie bei der letzten Tour, dann wird das auch wieder. Die Partysongs braucht es eher nicht.




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