Heaven Shall Burn + Trivium – 17.02.2023 – Tonhalle München – Konzertbericht

Double Headliner-Touren häufen sich ja in letzter Zeit. Ich persönlich war dieses Jahr schon auf mehr Double Headliner-Shows, als in den Jahren davor zusammen. Nicht immer war die Kombination der beiden Headliner dabei gut gewählt. Ob das bei Heaven Shall Burn und Trivium anders war? An diesem Freitagabend sollte man es herausfinden können.

Malevolence

Malevolence – 17.02.2023 – Tonhalle München – Photo: © Metal Affair

Vor bereits recht gut gefülltem Zenith starteten Malevolence aus Großbritannien ihre Show. Hier wurde klassischer Metalcore mit vielen Breakdowns geboten. Leider war der Sound extrem schlecht, sodass besonders beim ersten Song „Malicious Intent“ nicht viel mehr als ein Soundbrei zu hören war. Später besserte sich es minimal.  Frontmann Alex Taylor lieferte eine eher unpassende, Hip-Hop/Gangster-artige Performance ab, wie es leider oft im Metalcore üblich ist. Seine Ansagen waren jedoch sehr sympathisch.

Aus der Masse hervor stachen Malevolence immer dann, wenn Gitarrist Konan Hall seinen stark verzerrten Klargesang einsetzte, wie bei „Still Waters Run Deep“. Der absolute Höhepunkt der Show war jedoch die wunderbar atmosphärische und emotionale Halbballade „Higher Place“, bei der Konan Hall fast den gesamten Gesang übernahm, und zeigte, dass er auch völlig unverzerrt wunderschön singen kann. Gerne mehr davon!

Mit „On Broken Glass“, das einen eingängigen Refrain zu bieten hatte, ging der Auftritt von Malevolence dann zu Ende.

Obituary

Obituary – 17.02.2023 – Tonhalle München – Photo: © Metal Affair

Als zweite Band waren Obituary am Start. Über diese Band muss man den meisten Metalfans nicht viel erzählen, so zählten sie doch bereits vor fast 40 Jahren zu den allerersten Death Metal-Bands überhaupt.

Seit damals haben sie auch nichts von ihrer Härte verloren. Hier gab es von Anfang an nur auf die Fresse. Stücke wie „Redneck Stomp“ oder „A Lesson in Vengeance“ lieferten einfach puren Old School Death Metal der reinsten Form. Damit waren sie zwar der klare Außenseiter in diesem Line-up, aber das tat den Publikumsreaktionen keinen Abbruch.

Offensichtlich waren einige Fans nur wegen Obituary da, und viele Zuschauer, die Obituary heute zum ersten Mal sahen, waren ebenfalls begeistert. Dazu kam noch, dass der Sound im Gegensatz zu Malevolence hervorragend war.

Die harten Riffs von Rhythmusgitarrist Trevor Peres und die pfeilschnellen Soli von Kenny Andrews legten den Grundstein für die extremen Screams und Growls von John Tardy, der außer Headbangen und seinem Gesang so gut wie keine Show abliefern musste. Die Musik sprach einfach für sich. Auch Ansagen gab es kaum welche. Die hätten aber die Show auch nur unnötig unterbrochen.

Mit „I‘m in Pain“ ging die grandiose Death Metal-Show dann leider schon zu Ende.

Trivium

Trivium – 17.02.2023 – Tonhalle München – Photo: © Metal Affair

Nun war mit Trivium auch schon der erste Headliner an der Reihe. Zu Beginn war die Bühne noch mit einem riesigen Vorhang verhüllt. Doch der fiel gleich zu Beginn des ersten Songs „Rain“. Das beeindruckende Bühnenbild im asiatischen Stil mit Schriftzeichen und chinesischen Drachen konnte schon mal sehr beeindrucken.

Auch musikalisch wurde hier einiges geboten. Der extrem vielfältige Stil vom Trivium zeigte sich schon gleich zu Beginn. Der Wechsel aus Klargesang und Growls vom Gitarrist/Sänger Matt Heafy klang heute besonders gut. Insgesamt war der Sound aber leider nicht so gut, wie bei Obituary. Das Publikum feierte aber trotzdem alles ab. 

Besonders das eingängige „Strife“ kam sehr gut bei den Fans an. Aber auch hartes wie „Amongst the Shadows & the Stones“ funktionierte hervorragend. Überraschend kam dann das sehr alte „Pillars of Serpents“, bei dem Malevolence-Gitarrist Josh Barnes als Gast auftrat. Doch nun waren die Hits an der Reihe.

Los ging es mit „Down From the Sky“. Doch das folgende „In the Court of the Dragon“ stellte dann den besten Moment des gesamten Abends dar. Hier wurde die perfekte Mischung aus Melodie und Härte geboten. Ebenfalls toll: das seit 2009 nicht mehr live gespielte „Like Callisto to a Star in Heaven“, das exklusiv nur in München gespielt wurde.

Mindestens genauso gute Momente gab es dann bei „To the Rats“, bei dem es bei den harten Teilen richtig viel Bewegung im Publikum gab. Ein weiterer Höhepunkt war dann der Klassiker „In Waves“, bei dem kräftig mitgesungen wurde. Hier unterstützte auch Heaven Shall Burn-Mitglied Alex Dietz an der Gitarre.

Leider war dann mit „Pull Harder on the Strings of Your Martyr“ auch schon der letzte Song erreicht. Dieses brutale, aber manchmal auch melodische Stück bildete den perfekten Abschluss einer geilen Show. Leider blieb wegen der kurzen Setlist aber so mancher Klassiker (wie z.B. „Into the Mouth of Hell We March“) ungespielt.

Heaven Shall Burn

Heaven Shall Burn – 17.02.2023 – Tonhalle München – Photo: © Metal Affair

Zeit für den zweiten Headliner Heaven Shall Burn. Auch hier wurde wieder hinter einem großen Vorhang umgebaut. Dass hier eine aufwendige Show abgeliefert werden würde, war schnell klar. Denn fast zeitgleich mit dem fallenden Vorhang bei den ersten Tönen von „My Heart and the Ocean“ wurden lange Konfettischnüre in die Halle geschossen. Auch Pyroeffekte gab es sowohl vorne als auch hinten an der Bühne mehr als genug.

So wurden Stücke wie „Voice of the Voiceless“ perfekt unterstützt. Auch „Hunters Will Be Hunted“ kam beim Publikum hervorragend an. Bei „Whatever It May Take“ kam dann noch einmal Matt Heafy von Trivium als Gast dazu. Das führte zu einer lustigen Situation, denn Frontmann Marcus Bischoff kündigte ihn in einer längeren Ansprache auf Deutsch an, von dem Matt natürlich kein Wort verstand.

Ein Höhepunkt war dann das melodische „Thoughts and Prayers“. Toll war auch das Edge of Sanity-Cover „Black Tears“, das zwar nicht ganz an das Original herankam, jedoch für Begeisterung beim Publikum sorgen konnte.

Nun verließ die Band kurz die Bühne, um einer tollen Lightshow Platz zu machen, die das Intro von „Endzeit begleitete“. Auf diesen leider völlig überflüssigen Core-Song hätten Heaven Shall Burn gerne verzichten können. Der Höhepunkt war dann das epische „Numbing the Pain“. Hier wurde auch optisch mit Pyroeffekten nochmal ordentlich abgeliefert, bevor „Tirpitz“ als letzter Song die epische Show beendete.

Abschließend kann man sagen, dass beide Bands trotz unterschiedlicher Stile gut zusammenpassten, jedoch litten beide Shows wegen der begrenzten Spielzeit unter dem Double Headliner-Konzept.

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