Vader München 2022

Vader – 05.05.2022 – Backstage München – Konzertbericht

Manche Bands sind einfach immer klasse, egal wie oft sie in derselben Stadt spielen. Eine davon ist die polnische Death Metal-Band Vader.

Erst letzten Sommer hatten sie beim Abstandskonzert im Backstage Werk begeistert. Nun waren sie für die kleinere Backstage Halle gebucht, weil nun endlich wieder ohne Abstand geheadbangt werden durfte, die kleinere Größe also ausreichend war.

Mara

Mara – 05.05.2022 – Backstage München – Photo: © The Discovered Land for Metal Affair

Obwohl vor dem Backstage eine riesige Schlange von Menschen war, waren zu Beginn der ersten Band Mara leider nur etwa 10-20 Fans in der Halle. Extrem schade, denn der Melodic Death Metal der Schweden hatte einiges auf dem Kasten.

Fette Riffs trafen auf tolle Melodien. Die überwiegend im Midtempo gehaltenen Songs erinnerten gelegentlich auf positive Weise an Amon Amarth, hatten jedoch auch gelegentliche Black Metal-Einflüsse zu bieten. Zwischendurch gab es immer wieder atmosphärische Akustikparts zu hören. Ansagen gab es kaum, jedoch wurde das schnelle, leicht thrashige „Violence is My Heir“ mit einer längeren Ansprache eingeleitet, bei dem sich Sänger/Gitarrist Dennis Olsson-Yaouzis bei den anwesenden Fans bedankte, dass sie so früh gekommen waren.

Inzwischen hatte sich die Publikumsmenge etwas vergrößert, dennoch hatten alle, die erst zur zweiten Band kam, diesen tollen Start verpasst. Hoffentlich wird man von dieser Band noch mehr hören!

Reject the Sickness

Reject the Sickness – 05.05.2022 – Backstage München – Photo: © The Discovered Land for Metal Affair

Weiter gehen sollte es eigentlich mit einer Band namens Nemesis, die jedoch ohne Ankündigung ausfielen. Stattdessen betraten direkt Reject the Sickness die Bühne. Im Vergleich mit der ersten Band waren die Belgier leider eine große Enttäuschung. Denn hier gab es nur langweiligen Metalcore zu hören. Hinzu kam auch noch der vollständig digitale Sound ohne Verstärker auf der Bühne, der in der Backstage Halle leider dazu führt, dass man in den ersten Reihen außer Schlagzeug und Gesang kaum etwas hören kann, weil die Hauptanlage auf die hinteren Reihen ausgerichtet sind.

Das war allerdings kein so großer Verlust, denn die öden Core-Riffs mit gelegentlichen Breakdowns kamen auch beim inzwischen deutlich angewachsenen Publikum deutlich weniger gut an, als noch Mara kurz zuvor. Die letzten beiden Songs waren aber dann deutlich besser, weil sich Reject the Sickness hier eher auf den Metalanteil in ihrem Stil konzentrierten. Also ein versöhnlicher Abschluss.

Vader

Vader – 05.05.2022 – Backstage München – Photo: © The Discovered Land for Metal Affair

Was dann folgte, war sehr seltsam. Kaum hatten Reject the Sickness die Bühne verlassen, leerte sich die Halle, einschließlich der ersten Reihe, fast vollständig. Sowas habe ich bei einem Konzert einer größeren Band wie Vader noch nie erlebt. Zum Glück kehrte das Publikum rechtzeitig zum Beginn der Headlinershow zurück. Und jetzt war es auch richtig voll!

Los ging es mit „Silent Empire“, das direkt von den Fans richtig abgefeiert wurde. Der Sound war perfekt und die Stimmung großartig. Genau so muss Death Metal klingen. 

Weiter ging es mit „An Act of Darkness“, was ebenso gut ankam. Als nächstes folgte das 30 Jahre alte „Dark Age“. Jedoch stand die Tour ganz im Zeichen des Albums „De Profundis“, was die Songs „Blood of Kingu“ und „Vision and the Voice“ zeigten. Aber auch das aktuelle Album „Solitude in Madness“ wurde mit „Shock and Awe“ und „Into Oblivion“ nicht vernachlässigt.

Allgemein war die Setlist sehr vielfältig, und neben alten „De Profundis“-Songs wurden auch Stücke von vielen verschiedenen Alben gespielt. Besonders herausstechend war dabei „Carnal“, dessen fast gesprochener Zwischenteil von Sänger/Gitarrist Peter toll umgesetzt wurde.

Egal, ob ganz alter, oder neuerer Song, das Münchener Publikum feierte alles ab. Kein Wunder, bei der unvergleichlichen Ausstrahlung der polnischen Band. Gegen Ende der Show hagelte es dann einen Hit nach dem anderen.

Vader – 05.05.2022 – Backstage München – Photo: © The Discovered Land for Metal Affair

Zuerst kam das eingängige „Helleluyeah (God Is Dead)“, was aber durch den absoluten Megasong „Triumph of Death“ (meiner Meinung nach einer der besten Death Metal-Songs überhaupt) nochmal übertroffen werden konnte. Mit „Wings“ endete dann das reguläre Set. Doch die Fans verlangen noch mehr, also kehrte die Band für den „De Profundis“-Klassiker „Sothis noch einmal zurück. Als Rausschmeißer gab es dann noch einen mir unbekannten Coversong, der allerdings deutlich nach Motörhead klang. 

Zu den Klängen von „The Imperial March“ verließ die Band dann ein letztes Mal die Bühne und ließ die Münchener Fans glücklich und erschöpft zurück. Jeder hier anwesende würde sich sicher freuen, wenn Vader sehr bald wieder nach München zurückkehren würden.

Weitere Bilder findet ihr hier:

Bericht: Raphael

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