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DRAGONY im Interview mit Metal Affair

Eure neueste Single wurde erst vor kurzem veröffentlicht. Gods of War. Wie sind die bisherigen Rückmeldungen dazu?

Die Resonanz ist bislang super! Ich denke, der „skandinavische“ Touch im Sound des Songs durch die Songwriterschaft von Tommy Johansson und Tomas Svedin fügt einen neue Facette zum Gesamtsound von DRAGONY hinzu und bereichert so unser Spektrum ungemein. Wir hoffen natürlich, dass die noch kommenden Singles ebenso gut beim Publikum ankommen werden!

Es ist ein kleiner Vorgeschmack auf Viribus Unitis, ein kommendes Konzeptalbum. Erzählt uns doch schon mal ein bisschen, was uns erwartet am 15. Januar 2021.

Musikalisch gibt’s natürlich wieder den typischen Dragony-Sound: Also viele eingängige Chöre und Melodien, Doublebass und Orchestereinsatz! Allerdings haben wir diesmal auch besonderes Augenmerkt auf die Gitarrenarbeit gelegt, und insgesamt ist „Viribus Unitis“ sicherlich unser heaviestes Album bislang geworden. Inhaltlich setzt sich die Konzeptstory mit dem Schicksal von Kaiser Franz Joseph I, Kaiserin Sisi, deren Sohn Kronprinz Rudolf auseinander, und verpackt dies in eine fantastische Geschichte in einer alternativen Realität, in der Rudolf die Schicksalsnacht auf Schloss Mayerling überlebt, sich in der Folge schwarzen Mächten verschreibt und in einer Verzweiflungstat versucht, seine Mutter Elisabeth von den Toten zurückzuholen. Dies geht natürlich gehörig schief, und Sisi kommt als Zombie-Kaiserin auf die Welt zurück, und zieht mit einer Armee Untoten gegen die Menschheit in den Krieg, sodass am Ende nur noch Kaiser Franz Joseph in einer von Nikola Tesla angerfertigten Steampunk-Rüstung als „Cyberpunk Joseph“ gegen eine ehemalige Gattin bestehen kann. So jedenfalls die Storyline in der Kurzversion 😉 

Die Album Release Party ist auch schon geplant, für den 19.02.2021 in Wien. Ich vermute mal ihr werdet als Bühnenoutfit die Album Charaktere und Kostüme aus dem Video Gods of War anziehen? Habt ihr ggf noch ein paar andere Besonderheiten geplant für diesen Abend?

Wir hoffen natürlich dass wir die Release-Party im Februar in Wien spielen werden können; aktuell ist ja in Österreich wieder ein verschärfter Lockdown in Kraft und es dürfen gar keine Veranstaltungen stattfinden. Aber wir hoffen natürlich, dass das bis Anfang 2021 wieder etwas entspannter aussehen wird! Und klar, bei unseren Bühnenshows haben wir immer ein paar Specials dabei, seien es nun die Outfits, oder auch Gastsänger – so treten wir bei unseren „Heim-Show“ in Wien gerne mit einem 4-köpfigen Background-Chor auf, was den Refrains und Chorpassagen natürlich nochmal Extra-Wumms verleiht!

Allgemein wurden viele wahre Begebenheiten, aber auch alternative Realitäten mit Dämonen und Zombies als Thema gewählt. Wie habt ihr die Auswahl der geschichtlichen Größen getroffen?

Die Storyline hat sich recht organisch ergeben, nachdem klar war, dass wir einfach unbedingt „Cyberpunk Joseph“ in der Story haben wollten! Da bot es sich dann an, Nikola Tesla einzubauen. Und da auch Magie eine Rolle spielt, fiel die Wahl dann auf Harry Houdini, der ja ursprünglich auch aus Ungarn und damit der k.u.k.-Monarchie stammt. Und klar, wenn man eine Kaiser-Story macht, dann kann man auch auf Elisabeth und Rudolf nicht verzichten – beide Charaktere sind in Österreich ja sehr bekannt und vor allem Elisabeth auch immens populär; zu beiden Personen existieren beispielsweise Musicals, die auch sehr regelmäßig an den Spielstätten in Wien und ganz Österreich laufen! Und ja, da eben alle diese Charaktere auch zur selben Zeit gelebt haben, konnten wir so recht gut unsere Storyline drumherum basteln!

Wie wurde entschieden welche übernatürlichen Kräfte in der Geschichte mit eingegriffen haben?

Zur Zeit Rudolfs waren in der Aristokratie interessanterweise Séancen sehr beliebt – also Versammlungen von einigen Personen in zB einer Wohnung, wo dann ein Medium „mit den Geistern der Verstorbenen“ kommunizierte – oder das zumindest vorgab. Rudolf selbst war in der Realität dieser Art von „Magie“ sehr kritisch gegenüber eingestellt, und es gibt sogar einen dokumentierten Fall, in dem er gemeinsam mit einem seiner Cousins, Erzherzog Johann Salvator, einem solchen vermeintlichen Medium das Handwerk gelegt hat!

In unserer Geschichte beginnt er sich hingegen für Schwarzmagie und Dämonologie zu interessieren, und da gab es zu der Zeit ja auch einige Strömungen des Okkultismus, wie etwa den Kult der goldenen Morgenröte (The Order of the Golden Dawn), der sich nicht zuletzt mit dem Studium von dämonologischen Schriften wie dem Schlüssel Salomos beschäftigte. In unserer Geschichte beginnt sich Rudolf für diese okkulten Schriften zu interessieren, und nutzt schließlich auch ein Ritual aus einer dieser Schriften, um seine Mutter von den Toten zurückzuholen, was sich auch in den Songs „Golden Dawn“ und „Viribus Unitis“ widerspiegelt.

Im Gegensatz dazu gibt es mit Harry Houdini einen Vertreter der „weißen Magie“, der versucht, auf Rudolf Einfluss zu nehmen und ihn von seinem Vorhaben abzubringen, was aber letztlich nicht gelingt. 

Als deutschsprachiger Song ist das Cover: Rainhard Fendrich – „Haben Sie Wien schon bei Nacht gesehen“ enthalten. In dem es darum geht, dass Wien mehr als nur die klischeehaften Sehenswürdigkeiten hat. Was ist euer persönliches Highlight in Wien?

Ach, Wien hat ja so viele großartige Highlights zu bieten! Aber ich denke, wenn man nur Zeit für eine einzige Sehenswürdigkeit hat bei einem Wien-Besuch, dann sollte man sich das Schloss Schönbrunn mitsamt seiner ausladenden Gartenanlagen keinesfalls entgehen lassen. Aber, Hand aufs Herz: Man sollte sich jedenfalls deutlich mehr Zeit für Wien nehmen!

Warum habt ihr den Song nicht auf Englisch übersetzt, passend zu den anderen Songs des Albums?

Einerseits weil natürlich die deutsche Originalversion sehr gut zum Thema passt und den Song noch „näher“ an Österreich und speziell Wien hält; und andererseits stellen Übersetzungen auch urheberrechtlich Bearbeitungen dar, und die müssen auch vom Urheber genehmigt werden, was bei einem so ikonischen Song sicherlich schwierig geworden wäre! Aber wie gesagt – wir finden, der Song passt in der „Originalversion“ einfach viel besser zum Konzept als in einer Übersetzung, die wahrscheinlich einfach nur seltsam wirken würde. Daher war eine Übersetzung auch gar nie ein Thema. 

Es wird auf jeden Fall, für euch, ein sehr heimatverbundenes Album sein. Könnte man ggf. mit einer Fortsetzung rechnen, da sicher noch nicht alles gesagt wurde?

Haha, das wäre auf jeden Fall spannend! Es ist sicherlich das wahrscheinlich „österreichischste“ Power-Metal-Album aller Zeiten geworden! Mal sehen, wie das bei unseren Fans ankommt – und wenn man mehr davon hören möchte, dann findet man sicherlich noch einige Zeiten und Charaktere, über die man Konzeptalben machen könnte. Aber im Zweifelsfall überlassen wir die musikalische historische Berichterstattung lieber unseren Landsleuten von SERENITY! Deren Sänger Georg, der ja auch einen Gastauftritt bei einem Song auf „Viribus Unitis“ hat, ist ja Geschichtsprofessor an einer Universität in Österreich.

Dragony Band
Dragony – Photo: © Dominik Izaquiel Tomé

Das Album ist auch als eure erste Vinyl geplant. Warum „erst“ jetzt? Wird es ggf. limitierte Versionen geben, z.B. in Farbe der österreichischen Flagge?

Die Vinyl „erst“ jetzt liegt eigentlich großteils an unserem neuen Label Napalm Records – durch deren große Fanbase und entsprechende Reichweite wissen sie, dass die Fans sehr gerne Vinyl kaufen und so konnten wir uns letztlich mit ihnen verständigen, auch eine Auflage unseres neuen Albums als Vinyl zu produzieren, auch wenn Vinyl natürlich etwas teurer in der Produktion ist als es CDs sind. Vorerst ist auch mal nur eine kleinere Auflage an Vinyl geplant – wenn die Nachfrage groß sein sollte, dann werden wir sicher gerne über weitere Auflagen nachdenken! Eine rot-weiß-rote Vinyl wäre sicher auch originell!

An dem Album habt ihr aber nicht nur allein gearbeitet. Als Gastsänger ist dabei Georg Neuhauser, sowie Tommy Johansson und Tomas Svedin als Gast-Komponisten. Wie habt ihr die Auswahl getroffen?

Die Gastbeiträge ergaben sich auf Grund von teils schon langjährigen Bekanntschaften! Mit Serenity haben wir glaub ich erstmals 2009 zusammen gespielt, also kennt man sich schon quasi eine halbe Ewigkeit – da war schon längst ein Gastauftritt von Georg bei uns fällig, wenn wir ehrlich sind! Es ist eher verwunderlich, dass es bis zu vierten Album gedauert hat, haha!

Und Tommy kenne ich aus meiner Zeit bei VISIONS OF ATLANTIS; da haben wir uns das erste mal glaub ich beim Masters of Rock in Tschechien getroffen vor drei oder vier Jahren, und Tommy ist einfach ein absoluter Supertyp – mega-talentiert und total nett und umgänglich. Er hat ja auch schon ein Gastsolo auf unserem vorigen Album „Masters of the Multiverse“ beigesteuert, und ich habe ihn bzw. seinen Bandkollegen Tomas Svedin bei SYMPHONY OF TRAGEDY dann gefragt, ob sie nicht einen Song für uns schreiben wollen, da ich besonders das Songwriting der Band bei diesem Projekt sehr stark finde!

Das war es schon mit unseren Fragen. Vielen Dank für eure Zeit. Ihr habt das letzte Wort.

Vielen Dank für das Interview! Wir hoffen natürlich, dass die Leute viel Freude mit „Viribus Unitis“ und unserer etwas eigentümlichen Aufarbeitung der österreichischen Kaiserzeit haben werden! Und natürlich hoffen wir, dass im Jahr 2021 wieder mehr Live-Show stattfinden werden können, und wir auch mit dem neuen Album wieder ein bisschen touren können! Bis dann, bleibt glorreich!!

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