Weltfremd – Nachwelt – Album Review

Die Ein-Mann-Combo Weltfremd liefert mit Nachwelt ihren ersten Langspieler ab, der auf eine Flussfahrt durch die griechische Unterwelt mitnimmt. Das ausgesprochen hübsche Cover macht direkt Bock. 

 

 

Marco Bruder, der sich hinter der Band verbirgt, verliert dabei keine Zeit und lädt beim ersten Track Acheron mit knarzendem Bass und Growls in das vielschichtige Album ein. Acheron walzt sich wütend zu einem atmosphärischen riffgeladenden Ende, um dann ins giftige Styx überzugehen, wo einem Leid und Schmerz in die Tiefe ziehen, bevor es sich langsam verliert und ausklingt. 

 

Lethe schließt sich nahtlos an und liefert mit klagendem, teils mehrspurigem Klargesang des Vergessens den Einstieg in die Katharsis, in dem sich zunehmend die Riffs aufbäumen. Mit Phlegeton dröhnt sodann das Leid langsam und erbarmungslos weiter, um stellenweise von zähen Gitarren durchbohrt zu werden. Kokytos leitet mit Ambientklängen den Höhepunkt ein und entwickelt sich zu einem hypnotischen Gitarrenritt durch den letzten der fünf Flüsse, bei dem sich Sludge-Phasen und schnelle Passagen abwechseln, bevor man mit dem finalen Track Elysion zu zarten Klängen und Cello die Erlösung findet.

 

Nachwelt ist schönes Kleinod, in dem hörbar viel Herzblut sowie Arbeit steckt, das mit jedem weiteren Durchlauf wächst und dank seiner massiven Ladung aus Doom/Sludge mit Ambient-Phasen und mitunter sehr schönen Riffs zu fesseln weiß. Die einzelnen Elemente geben sich die Klinke in die Hand, um so ein Wechselbad der Emotionen passend zur Abwärtsspirale durch den Tartaros zu erzeugen. 

 

Wie fein durchdacht das Album ist, fällt allerspätestens beim Klargesang auf: Die stimmliche Bandbreite ist begrenzt; Bruder nutzt aber gekonnt die vermeintliche Schwäche als Stärke und erzeugt dadurch einen Klagegesang einer verlorenen Seele auf ihrer Reise durch das Totenreich. Artwork, knackige passende Lyrics und ein vielschichtiger Aufbau ergeben ein stimmiges Gesamtkunstwerk. 

 

Weltfremd | Nachwelt

(Album, Digital Release: 06.09.2019)

 

Track Listing:

  1. Acheron
  2. Styx
  3. Lethe
  4. Phlegeton
  5. Kokytos
  6. Elysion

 

Review: Manfred

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