Ensiferum – 18.04.2022 – Konzertbericht

Zum Ausklang der Ostertage gab es im Backstage Werk noch einmal ein gemischtes Line-Up verschiedenster Metal Genres zu genießen.

Vinegar Hill

Vinegar Hill – 18.04.2022 – Backstage München – Photo: © Yvonne Schwarzbauer für Metal Affair

Den Anfang machten Vinegar Hill aus Österreich. Vor einem bereits halb gefüllten Saal starteten Vinegar Hill ihre Show. Ihr Deathmetal mit leichten Core Einflüssen kam dem Publikum zum Aufwärmen sehr gelegen. Harte Bässe, vereinzelte Breakdowns und Clear-Gesang rundeten den Einstieg in den Abend ab. 

Nach der langen Konzertpause war für die Besucher viel Bewegung scheinbar noch etwas ungewohnt, aber gegen das rhythmische Mit-Nicken konnte sich keiner im Publikum wehren.

Vocalist Dominik Stadler stellte die Band vor: wir sind Vinegar Hill aus Österreich! Und dann erwachte das Publikum auch langsam, sodass nach dem vierten Song schon vereinzelte Headbanger erspäht werden konnten.

Nach dem Michael Dreschnig (Rhythmusgitarre) Werbung zur neuesten Single gemacht hatte, wurde diese natürlich auch gleich live präsentiert. Stück für Stück rüttelten die immer härter werdenden Songs das Publikum auf, sodass man zunehmend mehr und mehr Haare fliegen sehen konnte.

Bereits beim 6. Song, The Liar and the Lamb, war das Werk gut gefüllt, mit nur noch vereinzelten Lücken. Die Band spielte nicht nur vor dem Publikum, sondern für das Publikum. Alle Bandmitglieder agierten viel mit dem Publikum: direktes ansingen der Gäste, Vocalist Dominik richtete die Bühnen-Kamera abwechselnd auf seine Band-Kollegen und das Publikum.

Mit einem herzhaften österreichischen Dialekt wandte sich auch Michael an das Publikum. „Wie geht’s eich? … Verstehts ihr mich? In München ka man ja in Dialekt red´n…freut ihr euch auf Deserted Fear, Ensiferum und Dark Tranquility?“ Lautstarker Jubel, war mehr als nur eine Antwort. Es bedurfte nicht einmal der obligatorischen Wiederholung, wie man es von anderen Konzerten kennt. Dann verabschiedete Michael sich auch gleich im nächsten Satz: „Wir sind Vinegar Hill und sagen pfiads eich und baba“

In einer kurzen ruhigen Stelle, des letzten Songs „The Shift of Reasons“, merkte Dominik an: „Ganz kurze Feuerzeug-Stelle“. Und ja, es wäre eine gute Stelle dafür gewesen, aber zu kurz für die Reaktionszeit im Publikum, denn es ging gleich wieder Vollgas weiter.

Nach diesem letzten Song verabschiedete sich die Band dann endgültig von der Bühne. Michael: „Danke München, ihr seid geil“ Dominik: „A kurzes Foto mamchma no … wir müssen weida, wir ham ka zeid, ihr wisstses ja“

Deserted Fear

Gleich im Anschluss ging es mit Oldschool Deathmetel aus Thüringen weiter. Deserted Fear betrat die Bühne und lösten gleich lautes Gegröle aus. Und das, ohne auch nur eine einzige Note spielen zu müssen. Das Publikum wusste ganz genau, was es erwartete.

Gleich ab der ersten Note, gab es schon deutlich mehr Bewegung, mehr nicken und Headbanger. Kein Wunder, präsentierten Deserted Fear deutlich schnelleren Deathmetal als die Vorband. Leider erfolgte ein leichter Umschwung der Euphorie. Evtl. weil noch nicht ganz abgemischt wurde. Die Gitarren waren noch etwas leise, bzw die Gitarre von Vocalist Manuel Glatter war überhaupt nicht zu hören.

Manuel: „Ach schön ne, mal wieder hier zu sein. Leider hat es das Catering versaut. Es hat mich sehr gefreut, hier Klöße zu essen. Aber leider mit Sauerkraut, statt Rotkraut. Dabei hab´sch doch schon extra ´n Video dazu gemacht.“

Fabian Hildebrandt (Lead Gitarre) war neugierig und wollte wissen: „Schön wieder da zu sein. Wem sein erstes Konzert ist das dieses Jahr?“ Scheinbar hatten genug Gäste die Lockerungen genutzt, denn es wurden relativ wenig Arme in die Luft gehoben.

Langsam waren nun auch die Gitarren besser eingestellt und gut zu hören. So ging es dann auch gleich mit vollem Sound weiter mit dem Klassiker „Kingdom Of Worms“.

Auch hier gab es leider nur vereinzelte Headbanger am Anfang und diese hatten nicht ganz die Ausdauer für den gesamten Song. Bei den weiteren Song zeigte das Publikum konstante Leistung, während die Band dagegen vollen Einsatz zeigte.

Etwas später startete der erste, wenn auch übersichtliche Mini-Pit des Abends.

Gegen Ende von „Bury Your Dead“ richtete sich Manuel erneut an’s Publikum und verabschiedete sich: „Vielen vielen Dank! Wir sind Deserted Fear! Viel Spaß mit Ensiferum und Dark Tranquility!“

Ensiferum

Ensiferum – 18.04.2022 – Backstage München – Photo: © Yvonne Schwarzbauer

Nach dem ganzen Deathmetal wurde es aber nun auch mal Zeit für etwas Folkmetal. Ensiferum waren wieder da und scheinbar kamen sie nicht allein. Es wurde deutlich voller im Publikum, aber vor allem hatten sich nun viele mehr nach vorne gedrängt.

Schon beim ersten Song war der Sound gleich besser abgemischt, bis auf den Gesang von Markus Toivonen (Lead Gitarre). Dieser war kurzzeitig deutlich zu laut, was aber schnell korrigiert wurde. 

Während sich das Publikum weiter nach vorne drängte und auch lauter mitsang, waren vereinzelte Headbanger sowie ein kleiner Pit tatkräftig bei der Sache. In der Mitte der ersten Reihe hatte ein Fan sein Ensiferum-Banner mitgebracht, welches er stolz den ganzen Auftritt vor sich schwenkte.

Vocalist Petri Lindroos stimmte auch gleich für den nächsten Song ein: “This is defnetly a Moshpit-Song. This is „Run From The Crushing Tide“. Woraufhin auch gleich ein größerer Circle-Pit startete.

Gleich danach übernahm Bassist Sami Hinkka die Ansprache für den nächsten Song: “Do you have a great time? Do you wanna hear something from the first Album? Here is Windrider!”

Für den nächsten Song machte Petri dem Bandnamen alle Ehre: Ensiferum, der Schwertträger. Ein Schwert in die Höhe haltend fragte er das Publikum mit eindringlichen Blick: ”You know what this means? In my Sword I trust!“ Auf den großen Jubel im Publikum folgte dann jedoch nur wenig Bewegungsdrang. Immerhin haben viele lautstark mitgesungen.

Es folgte der Klassiker: „Lai Lai Hei“. Im melodiösen Mittelpart des Songs machte Sami deutliche Andeutungen, wie schön gleich ein Pit passen würde. Das Publikum ließ sich nicht lange bitten. Nur leider war der Pit nicht von Dauer. Schon nach ein paar Sekunden standen wieder alle zum großen Mitsingpart, der am Ende des Songs kam.

Leider war nun auch das Ende des Auftritts erreicht. Petri: „We still have time for one more song. From a far!“

Im Anschluss war deutlich zu erkennen, wer nur für Ensiferum gekommen war. Es wurde mehr Platz im Publikum. Ein Großteil blieb aber noch für den Melodic Deathmeal von Dark Tranquility.

Dark Tranquility

Dark Tranquility – 18.04.2022 – Backstage München – Photo: © Yvonne Schwarzbauer

Gleich zum Ersten Song „Phantom Days“ war eine Schweden-Flagge in der ersten Reihe zu sehen. Doch nicht nur wir sahen die Flagge, auch Vocalist Mikael Stanne erblickte sie und war sichtlich berührt. Langsam ging er auf den Fan zu, nahm die Flagge an sich, gab ihr einen Kuss und trug sie den gesamten Song über die Bühne. Der Fahnen-Eigentümer war natürlich begeistert.

Zum Song „Focus Shift“ konnte man schon deutlich mehr Headbanger, aber immer noch ohne Ausdauer, sehen. Gitarrist Christopher Amott konnte leider nicht bei dem Konzert dabei sein und wurde von einem guten Freund von ihm vertreten. Der Grund für seine Abwesenheit ist jedoch schön: er ist zur Zeit im Vaterschaftsurlaub. Auch wir von Metal Affair sagen: Herzlichen Glückwunsch!

Nach einem Drum- und Bass-Solo folgte die obligatorische Vorstellung der Band. Mikael: „It’s so good to be back in Munich. This Song is about our Hometown. Not Munich, Goethenburg. ”Ghost town“.

Gefolgt von einer weiteren Ansprache von Mikael: “We recorded 2 years ago, released 1 1/2 years ago. Well, nothing happened. Here is now for you: „The Dark Unbroken”.

Allgemein hatte Mikael zu jedem Song eine kleine Ansprache vorbereitet. In einer kurzen Pause zwischen Ansprachen und Gesang hatte auch das Publikum etwas zu sagen und nutzte den Moment. Lauthals riefen die Gäste Dark Tranquility! Wieder und wieder. Natürlich reagierte Mikael auch gleich darauf: „Do you wanna hear some more? From 1999!”. Es folgte „Therein“ mit den klassischen Mitsingparts.

Im Anschluss daran verabschiedete sich die Band und verlies die Bühne. Was das Publikum nicht so auf sich sitzen ließ. Lautstarke Zugabe-Rufe lockten die Band unter viel Applaus wieder auf die Bühne. Ohne große weitere Ansprache folgte „The Treason Wall“.

Zum Schluss bedankte sich Mikael: „Thank you for supporting the Tour and the Bands: Vinegar Hill, Deserted Fear and Ensiferum”

Nach dem vorletzten Song „Lost To Apathy“ verabschiedete sich Mikael beim Publikum: „Last Song. Not a goodbye. A „auf Wiedersehen“ und als Abschiedssong des abends erklang „Misery´s Crown“. Hier nahm Mikael noch einmal die Schweden-Flagge an sich, um mit ihr den Song zu performen.

Ein runder Abend verschiedener Metal-Genre ging somit zu Ende. Und wir freuen uns schon auf ein Wiedersehen.

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